Das Startup AES Autonome Energiesysteme GmbH, ein Vorreiter im Bereich des chemischen Recyclings, hat eine klare Mission: den Kampf gegen Plastikmüll durch innovative Technologien und strategische Anlagenparks nachhaltig zu revolutionieren. Mit ihrer FLUKS-Technologie und einem langfristigen Fokus auf die Entwicklung und den Betrieb von Recycling-Anlagenparks strebt das Unternehmen an, eine führende Position im Markt für Kreislaufwirtschaft zu erlangen.
Im Zentrum der Erfolgsgeschichte von AES steht die FLUKS-Technologie, ein modulares Pyrolyseverfahren, das aus bis zu 300 Kilogramm Kunststoffabfällen pro Reaktor täglich rund 70 Prozent hochwertiges Recycling-Öl gewinnt. Diese bahnbrechende Innovation ermöglicht die Verwertung von gemischten und schwer recycelbaren Kunststoffabfällen, die ansonsten auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen landen würden. Das Recycling-Öl findet Einsatz in der Petrochemie und schließt somit den Markt ab.
Das Geschäftsmodell von AES basiert auf zwei Säulen: dem Verkauf von FLUKS-Anlagen an Industriepartner und dem Aufbau eigener Recycling-Anlagenparks. Diese Parks, in denen mehrere FLUKS-Reaktoren zentral betrieben werden, stehen im Mittelpunkt der langfristigen Ausrichtung. Bis 2032 plant AES den Betrieb von 28 Recycling-Anlagenparks, die jährlich bis zu 28.000 Tonnen Recycling-Öl produzieren.
Ein erstes Pilotprojekt wird derzeit im niedersächsischen Papenburg realisiert. Dort entsteht ein Anlagenpark mit zehn FLUKS-Anlagen, die täglich 3 Tonnen Kunststoffabfälle verarbeiten können. Dieses Anlagenparkmodell ist ein attraktives und umweltfreundliches Beispiel für die Zukunft des Recyclings.
Die Stärke der FLUKS-Technologie liegt nicht nur in ihrer Effizienz, sondern auch in ihrer Flexibilität. Durch den dezentralen Ansatz können die Anlagen direkt dort eingesetzt werden, wo Abfälle entstehen – ob bei Recycling-Höfen, in der Industrie oder in Ballungszentren. Dies minimiert Transportkosten und CO₂-Emissionen und macht AES zu einem Vorreiter in der Dezentralisierung von Recyclinglösungen.
Das Besondere an AES ist der große Nachhaltigkeits-Impact der Lösung. Im Vergleich zur Verbrennung ermöglicht die FLUKS-Technologie eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um bis zu 80 Prozent. Produzierendes Gewerbe mit reichlich gemischten Kunststoffabfällen können somit ihre Scope 3 Emissionen deutlich reduzieren, da der entstehende Abfall nicht mehr verbrannt, sondern zu Öl für neue Kunststoffe umgesetzt wird.
Mit einem geschätzten Marktvolumen von 20 Milliarden Euro in der EU bis 2050 und einer zunehmenden Nachfrage nach chemischem Recycling positioniert sich AES als zukunftssicherer Marktführer. Durch die Kombination aus technologischer Innovation und der strategischen Entwicklung des Anlagenparks schafft das Unternehmen eine skalierbare und nachhaltige ökologische Lösung.
Neugierig geworden?
Alle weiteren Informationen gibt’s auf der offiziellen Homepage:
Die Gründer vlnr: Cedric Hohenschue, Andres Sheldrick, Jonas Dicke, Marco Karber
Was sind eure nächsten Schritte?
Unsere nächsten Meilensteine sind die Inbetriebnahme unseres ersten großen Anlagenparks in Papenburg, der Ausbau unserer industriellen Partnerschaften und die Skalierung unseres Geschäftsmodells.
Wie seid ihr auf die Idee des Recyclingverfahrens gekommen?
Am Ende unseres Studiums an der RWTH Aachen haben meine Co-Founder und ich uns intensiv mit der Nachhaltigkeitsstrategie der EU auseinandergesetzt. Dabei wurde schnell klar, dass die aktuellen Recycling-Quoten nicht ausreichen, um die stetig wachsenden Mengen an gemischten Kunststoffabfällen zu bewältigen. So entstand die Idee, Kunststoffe durch Pyrolyse in Öl umzuwandeln und dieses der chemischen Industrie als Rohstoff zurückzuführen. Ursprünglich lag der Fokus auf Altersheimabfällen wie Windeln und Hygieneartikeln, und es wurden zunächst kleinere, kompakte Anlagen entwickelt, die sogar in Kellerräume passen sollten. Mit der Weiterentwicklung der Technologie wurde das Konzept skalierbarer und leistungsfähiger, um industriellen Anforderungen gerecht zu werden – und so entstand die heutige FLUKS-Technologie.
Was sind die größten Hürden beim Markteintritt?
Der Markteintritt ist eine spannende, aber herausfordernde Phase. Regulatorische Hürden, Finanzierung, Marktakzeptanz, Teamaufbau und die Balance zwischen Tempo und Qualität sind die größten Herausforderungen – doch mit einer klaren Strategie, starken Referenzen und einem guten Netzwerk lassen sie sich meistern.
Marco Karber, Co-Founder und Geschäftsführer von AES Autonome Energiesysteme GmbH